Pilze sammeln in Wald und Wiese

Unterwegs mit Carsten Rose „Mushroom Hunter“ im Bergischen Land NRW.

Unsere Website richtet sich an eine vielfältige Zielgruppe, darunter Pilzliebhaber, Pilzsammler, Naturliebhaber, Spaziergänger, Wanderer, Familien und Menschen jeden Alters, die gerne mit uns auf Pilzsuche gehen möchten. Egal ob jung oder alt, mit Hund oder ohne, bei uns ist jeder herzlich willkommen.

Hier informiere ich nach meinem besten Wissen über das Pilze sammeln, ich übernehme aber keinerlei Haftung. Jeder muss für sich selber entscheiden ob er oder sie einfach alleine los zieht ohne vorher von einer Fachkraft/Führer*in geleitete Führung mitgemacht zu haben!

Der Marscheider Wald ist ein Wald wie aus dem Märchenbuch. Spaziergänge dort sind auf jeden Fall gut für eure Lungen – und eure Pilzkörbe. Ihr findet dort alles, was es für eine gute Pilzpfanne benötigt: Steinpilze, Maronen, HallimaschPfifferlinge, milde Täublinge und auch Champions.

Aufgrund der „langanhaltende Trockenheit bis weit in den Herbst hinein“ verschiebt sich der Zeitraum zum Pilze sammeln.

Saison für Pilzsammler hat sich nach hinten verschoben

Eigentlich recken die ersten Speisepilze schon im Spätsommer ihre Köpfe aus den Böden – „doch die Trockenheit bringt seit zwei Jahren alles durcheinander“.

So kann es, abhängig von der Witterung, sein, dass man noch bis in den tiefen November und sogar Dezember hinein Pilze in den Wäldern findet. Feuchtigkeit und nicht zu niedrige Temperaturen begünstigen das Pilzwachstum. In diesem Jahr setzte erst ab Ende September mit den Regenfällen ein üppiges Pilzwachstum ein.

In den Wäldern des Bergischen Landes finden sich Steinpilze, Maronenröhrlinge, Pfifferlinge und mehr

Das Artenspektrum an Pilzen in den Wäldern ist vielfältig: So gibt es von Pfifferlingen über Lamellenpilze bis hin zu Röhrlingen viele Arten, die auf unseren überwiegend sauren Böden wachsen und das Sammlerherz höherschlagen lassen.

Von Pilzbanden, die in Gruppen zweistellige Kilomengen aus den Wäldern tragen, halte ich wenig. „Selbstverständlich ist eine derartige Verhaltensweise abzulehnen“, betont ich.

Übermäßiges Sammeln schadet der Fortpflanzung von Pilzen

Bei meinen Exkursionen weise er darauf hin, dass es notwendig ist, schonend und zielgerichtet zu sammeln. Der „kommerzielle Raubbau an Pilzen“ sei ein Problem, weil das, was allgemeinüblich als Pilze bezeichnet wird, die Fruchtkörper des meist verborgen lebenden Pilzgeflechts darstellen, über welche sie sich vermehren. Durch übermäßiges Sammeln werde die Fortpflanzung von Pilzen gestört.

Pro Person und Tag dürfen nur ein bis zwei Kilo Pilze aus dem Wald getragen werden

„Ein derartiges Verhalten zeugt von mangelndem Respekt vor der Natur. Außerdem ist es rechtlich unzulässig“, ergänze ich.

Nur etwa ein bis zwei Kilogramm Pilze dürfen pro Tag und Person gesammelt werden.

Verwechslungsgefahren

Neben den essbaren Pilze gibt es allerdings auch ungenießbare bis giftige Pilze, die den ungefährlichen sehr ähneln können. Der Steinpilz kann im jungen Stadium zum Beispiel schnell mit dem Gallenröhrling verwechselt werden. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist hier der Stiel. Der Gallenröhrling ist komplett mit einem dunklen, reliefartigen Netz überspannt. Der Doppelgänger sei zwar nicht giftig, aber ungenießbar.

Den Pfifferling könnte man schnell mit dem falschen Pfifferling verwechseln, Champion und Täubling oft mit dem Knollenblätterpilz. Deshalb sollte man hier auf die Lamellen und Art des Stieles besonders achten.

Generell sollte ein aktuelles Pilzkundebuch Begleiter bei der Sammeltour sein. Pilze könnten durch Umwelteinflüsse innerhalb einer Art sehr unterschiedlich aussehen. Deshalb sollten gerade Neulinge auf keinen Fall auf eine Beratung und Schulung durch Profis verzichten.

Wie sammelt man?

„Wichtig ist, dass die Leute nicht einfach wie mit dem Rasenmäher durch den Wald ziehen und sämtliche Pilze mitnehmen“, betont Diplom-Biologe Jörg Liesendahl, Leiter der Natur-Schule Grund. Lieber gezielt nur nach einer bestimmten Sorte Ausschau halten. Das Exemplar der Begierde wird mit Hilfe eines scharfen Messers entfernt und in einen Korb gelegt, der mit Zeitungspapier ausgelegt ist.

Wann kann man einen Pilz ernten?

Zur Probe vor Ort immer ein Exemplar aufschneiden. Ist er zu weich, verschimmelt oder von Maden befallen, auf keinen Fall mitnehmen. Auch bei Bissspuren, Löchern oder Schnecken auf den Pilz verzichten. „Im Zweifel sowieso immer lieber stehen lassen“.